Die Energie vom eigenen Dach

Energieautark von März bis Oktober, das ist leichter gemacht, als man glaubt. Grundlage für den Eigenheimbesitzer ist dabei eine Energiequelle auf dem eigenen Hausdach. Eine Photovoltaikanlage ist erschwinglicher und leistet mehr, als viele glauben.

Der Planet hat drei permanente Energiequellen

Zappelstrom, Dunkelflaute, nicht planbar, nicht Grundlastgeeignet. So lauten einige Argumente derer, die nicht an eine auf Wind, Wasser und Sonne basierte Energieversorgung glauben. Wenn schon nicht mit Kohle und Erdgas, wird hier die Zukunft im Bereich der Atomkraft gesehen mit Schlagworten wie Fusionsreaktor und Transmutation. Techniken, die aber noch Jahrzehnte vor ihrer sicheren und flächendeckenden Einführung stehen, so sie denn auf Grund des immensen Forschungsaufwands je realisiert werden.

Techniken, die wir jetzt schon haben, sind die Photovoltaik/Solarthermie, die Geothermie, die Windkraft On- und Offshore und die Wasserkraft in Form von Gezeiten-, Wasser- und Pumpkraftwerken. Diese Techniken haben eines gemeinsam: Sie nutzen die drei diesem Planeten permanent zur Verfügung stehenden Energiequellen: Sonne, Erdkern und Gravitation/Fliehkraft.

Die sauberste und akzeptierteste Form der Energiegewinnung sind neben der Geothermie die solaren Methoden, allen voran die Photovoltaik. Diese hat gleich mehrere Vorteile: Die benötigten Flächen sind schon vorhanden, nämlich die Dächer unserer Gebäude. In Deutschland produzierte PV-Module haben schon nach einem Jahr eine positive CO2-Bilanz, die sich mit jedem produzierten und in Betrieb genommenen Modul weiter verbessert. Lebenserwartung von Photovoltaikanlagen: 30 Jahre + X. Ertragsverluste halten sich im Rahmen, man spricht von 0,3 Prozent pro Jahr. Photovoltaik riecht nicht, sie schmeckt nicht, man hört sie nicht. Kurz: Sie hat keinerei störende Emissionen. Und jeder Haus- und Balkonbesitzer kann diese Technik bei sich selbst anwenden.

Möglichkeiten der Photovoltaik

Der große Vorteil der Photovoltaik gegenüber der Solarthermie ist im Eigenheimbereich die Netzanbindung. Alle Energie, die der PV-Betreiber nicht selbst verbraucht, wird ins Netz eingespeist und in der direkten Nachbarschaft verbraucht. Bei der Solarthermie ist das nicht der Fall. Ist das Wasser heiß, wird die zusätzliche Sonneneinstrahlung nicht weiter genutzt. Photovoltaik kann idealerweise mit der Erzeugung von Warmwasser benutzt werden. Hier kommt die Technik der Wärmepumpe zum Einsatz. Unter Hinzuziehung der Umgebungswärme können so aus einer kWh Strom 3 kWh Wärme erzeugt werden.

Photovoltaikstrom verdrängt also Kohlestrom aus dem Netz. Das macht auch im Bereich der Grundlastversorgung Sinn. Denn in Deutschland wird in der Tagespitze eine Leistung von rund 70-80 GW abgefordert, in der Nacht sind es nur 40-50 GW. Diese Differenz bildet die Photovoltaik in den Monaten März bis Oktober wunderbar ab. Zudem die früher als schlecht regelbar geltenden Kohlekraftwerke die morgendliche und abendliche Verbrauchsspitze inzwischen sehr gut mit abdecken können. DIe unten stehende Grafik des Fraunhofer-Instituts verdeutlicht, wie die Photovoltaik die Mittagsspitze bedient und Pumpkraftwerke und Kohle die morgendlichen und abendlichen Bedarfe deckt. Das kann zukünftig über Kurzzeitspeicher und Verbundnetzenergie geschehen, z.B mit bidirektionalen E-Autos, Heim- und Regionalspeichern, Wasserkraft aus Norwegen und dem Alpenraum.

Was im Winter Wind und Sonne nicht liefern können, wird über Langzeitspeicher z.B. in Form von Wasserstoff oder synthetischem Methan abgedeckt. Dabei kann auf das jetzt schon bestehende Erdgasnetz zurückgegriffen werden. Alternativ ist ein interkontinentales Verbundstromnetz denkbar. Gobal gesehen steht auf dem Planeten jederzeit genug Energie für unseren weltweiten Bedarf zur Verfügung.

Stromproduktion in Deutschland – Quelle: energy-charts.de

Macht die Dächer voll

Aber zurück zur heimischen PV-Anlage. Wir haben uns für ein Pachtmodell unsere Ökostromanbieters entschieden. So hatten wir keine Anfangsinvestition und mussten auch keinen Kredit aufnehmen. Das bedeutet für uns zwar ein um etwa 20 Prozent höheres Investment gegenüber Finanzierung, aber auch ein Rundumsorglospaket für die kommenden 18 Jahre und noch dazu kalkulierbare da fixe Kosten.

Den einzigen Fehler, den wir gemacht haben, war die Anlage nicht gleich so groß zu konfigurieren, dass alle sinnvoll belegbaren Flächen unseres Flachdachs belegt werden. Und so haben wir nach einem Jahr die Kapazität um fast die Hälfte erhöht. Zum einen kann man im Winter nie genug Strom haben. Zum anderen war die Ursprungsanlage mit 8,64 kWp deutlich zu klein im Vergleich zu unserem Stromspeicher mit 9,3 kWh nutzbarer Kapazität. Nun haben wir die Anlage auf 12 kWp erweitert und können die Speicherkapazität deutlich besser ausnutzen. Daher unser klarer Ratschlag bei der Anlagenplanung: Dach vollmachen soweit wie wirtschaftlich sinnvoll. Denn jedes weitere kWp Generatorleistung amortisiert sich nach 10 bis 13 Jahren und wirft dann reine Gewinne ab. Gut für das Portemonnai des Betreibers und gut für das Klima, da mehr Kohlestrom verdrängt wird. Wenn ein Speicher dazu angeschafft wird, zeigt unsere Erfahrung, dass dieser eine Nacht im Oktober oder März abdecken sollte. Denn im Winter bekommt man den Speicher nicht voll, weil nicht genug vom Dach kommt und im Sommer bekommt man ihn nicht leer, da die Nächte sehr kurz sind.

Mit der aktuellen Anlagenauslegung schaffen wir es, unseren Strombedarf inkl. E-Auto von März bis Oktober zu decken. Wie wir den Wärmebedarf zukünftig abdecken, steht noch nicht genau fest. Aber das Ziel ist es, dort auch so emissionsarm wie möglich aufgestellt zu sein.

Altes Auto und leeres Dach? Wie PV sich noch schneller rechnet

Wenn man Werbung für Photovoltaik macht, hört man immer wieder das Argument, dass die Amortisationszeiten mit 12-15 Jahren viel zu lange sind. Nun gut, es geht auch kürzer, wie folgendes Beispiel zeigt:
Familie A und Familie B planen für März 2020 den Neukauf eines VW Golf. Beide Familien bewohnen Einfamilienhäuser, fahren 15.000 km im Jahr, verbrauchen 4.000 kWh Strom, heizen mit Gas und wollen das neue Auto mindestens 8 Jahre lang fahren.
Familie A beschafft sich einen Golf Comfortline Maraton Edition 1.5 TSi mit 131 PS und ändert sonst nichts.
Familie B kauft sich einen ausstattungsgleichen E-Golf mit 136 PS und 200-250 km Reichweite, Akkugarantie 8 Jahre/160.000 km und kauft sich dazu eine 10 kWp-Photovoltaik-Anlage (nicht optimal nach Süden ausgerichtet = 9.000 kWh Ertrag), einen 10 kWh-Hausspeicher und eine Wallbox zum Aufladen ihres E-Golfs abends nach der Arbeit.
In der Versicherung sind beide Fahrzeuge identisch.

Die abgebildete Berechnung zeigt, dass Familie B für ihre zukunftssichere Energie-Eigenversorgung mit Photovoltaikanlage und Speicher nach 8 Jahren nur rund 6.450 Euro mehr bezahlt hat als Familie A. Nach 11 Jahren hat sich die Bilanz ausgeglichen und PV + Speicher sind abbezahlt und laufen noch viele Jahre gewinnbringend weiter. Selbst, wenn das Auto nach 6 Jahren oder früher abgelöst wird, läuft die Rechnung so weiter. Denn bis 2025 werden E-Autos im Anschaffungspreis mit Verbrennern gleichauf liegen.
Und die Kinder freuen sich, dass die Familie etwas für die Energiewende und für ihre Zukunft getan hat.

Weitere Informationen über Photovoltaik gibt es bei unserer Aktion Bürgerenergie Norderstedt.

26 Kommentare

  • Thorsten Kettler

    Moin allerseits,
    Euren breit angelegten Ansatz (siehe Kanalinfo youtube) finde ich gut. Wenn man die CO2 Emissionen von Haushalten in Deutschland betrachtet, fehlt mir da noch die Heizung mit fossilen Energieträgern. Habt Ihr Euch schon damit befasst?

    • gewaltignachhaltig

      Moin Thorsten,
      natürlich haben wir uns damit schon befasst. Aber eine Wärmepumpe kostet auch ein wenig und will gut geplant sein. Wir haben erste Angebote schon eingeholt, werden uns damit aber sicherlich noch ein wenig Zeit lassen.
      Viele Grüße
      Martin

  • imo

    Man sollte mal ein Video machen ab welchen Preisen pro kWh Speicher , Hausspeicher und bidirektionales Laden im Doppelpack oder jeweils alleine sich lohnen. VW und Tesla wollen ja radikal Preise senken für Akkus.
    Mehr Infos zum Stand von Vehicle to Grid/Hole wären schön. E3DC rührt da ordentlich die Trommel, sind aber befangen.

  • Jeremias

    Hallo Martin,

    ich kann mich vielen meiner Vorredner nur anschließen. Toller Kanal, tolle Videos und sachlich und verständlich erklärt. Weiter so!

    Ich plane gerade eine neue PV-Anlage und hatte auf Grund deiner Videos schon Vorkenntnisse, die mir bei 3 Anbietern, die ich für eine Angebotserstellung eingeladen habe, geholfen haben. Leider ist es wie so oft. Jeder erzählt etwas anderes. Zur Situation: wir haben ein EFH mit Ost/West Ausrichtung. Die Ost-Dachfläche hat rund 75qm und reicht für eine 10kWp-Anlage aus. Die West-Dachfläche ist etwas größer und hat 92 qm. Hier wären sicher auch nochmal 10-12 kWp umsetzbar. Unser Haus ist erst 6 Jahre alt und hat eine Luft-Luft Wärmepumpe. Im Sommer kommt noch ein e-Auto dazu. Jahresverbrauch inkl. e-Auto ca. 8000-8500 kWh. Unser Haus steht in Südbaden und hat keinerlei Schatten auf dem Dach durch Bäume etc. Lediglich ein kleiner Edelstahlkamin von einem Schwedenofen, der durch den Dachüberstand geht. Also ganz am Rand.

    Anbieter 1 würde ausschließlich Module auf die Ost Seite legen für 10kWp und einen Varta Speicher für 6,5 Kw nehmen. Kosten ohne Speicher: 13.900,00€. Speicher optional zzgl. 6.500,00€.

    Anbieter 2 würde beide Dachflächen belegen, aber nicht voll. Er will das noch berechnen. Speicher bietet er optional an. Angebot ist leider noch nicht da.

    Anbieter 3 würde auf max. 15 kWp gehen mit 2/3 Ost und 1/3 West belegen. Größer wäre angeblich nicht wirtschaftlich. Bei den Speichern ist er skeptisch. Er würde darauf verzichten und noch warten, bis sie günstiger werden. Angebot auch noch ausstehend.

    Meine persönliche Tendenz geht dazu beide Dachflächen voll zu belegen. Siehst du das auch so? Beim Speicher bin ich unschlüssig. Auf jeden Fall einen nehmen und wenn ja, welche Größe? Was würdest du als einen guten Preis ansetzen pro 1000kWp Leistung? Ich habe leider nicht viele Anbieter, die ich noch kontaktieren könnte.

    Vielen Dank im Voraus für deine Antwort!

    Gruß Jeremias

    • gewaltignachhaltig

      Hallo Jeremias,

      ich freue mich, dass unsere Botschaft so gut ankommt. Definitiv solltest du bei dem Verbrauch beide Seiten vollmachen. Das ist das Wirtschaftlichste. Der Anbieter, der anderes meint, soll das mal durchrechnen. Mit jedem weiteren Modul wirst du im Winter mehr Eigenverbrauch haben. Zwischen November und Februar wirst du all deinen Strom selbst verbrauchen. Im Sommer speist du für immer noch gute 7,5 ct ein.
      Ein Speicher wird in Konkurrenz zu E-Auto und Wärmepumpe im Winter nicht viel abbekommen. Gerade bei einer Ost-West-Anlage, die im Winter nicht so viel Ertrag bringt. Wenn Speicher dann maximal so groß, wie euer Nachtverbrauch im März/Oktober ist. Aber wirtschaftlich wird euer Speicher nicht arbeiten. Wir haben Videos darüber gemacht
      Ich hoffe, das hilft dir ein wenig weiter.

      Viele Grüße

      Martin

      • Jeremias

        Hallo Martin,

        vielen Dank für deine schnelle Antwort!

        Ich habe gestern Abend den Zähler abgelesen und heute morgen nochmal. Differenz 25 kWh. Die Heizung war natürlich an bei knapp -2 Grad Außentemperatur. Schon enorm für 1 Nacht. Wie rechne ich das nun auf die Speichergröße um? Stehe gerade etwas auf dem Schlauch. Werde auch nochmal deine Videos durchforsten, aber vielleicht kannst du es mir auch hier schnell schreiben, welche Größe du wählen würdest. Da wäre ich dir sehr dankbar!

        Aber grundsätzlich würdest du eher ohne Speicher arbeiten und das Geld lieber in zusätzliche Module investieren, habe ich das richtig verstanden?

        Liebe Grüße,

        Jeremias

  • Rene S

    Moin Moin aus Kollmar 🙂 mal ein großes Kompliment das erste mal das jemand es wunderbar anschaulich und verständlich erklärt! Vielen dank dafür. Hab ca 10 Kwp Südost und einen sehr hohen stromverbrauch ca. 5000-6000kw im Jahr bin jetzt am überlegen einen Speicher nachzurüsten bzw. könnte locker noch 10kwp auf mein dach/dächer packen. Hätte da eine frage was mir nicht ganz klar erscheint und zwar würde sie gern in Eigenleistung verbauen (brauche ich eine Abnahme vom Fachmann?) kann ich sie online direkt anmelden ? Würde jetzt mal SH Netz Ag anrufen und fragen ob sie mir einen zusätzlichen Zähler installieren oder % errechnen. Ich kann mir vorstellen das genau dieses Thema von der Planung bis zur Ausführung für den DIY ( Was darf man was lässt man machen bzw. was MUSS gemacht werden) Wenn du mir da weiterhelfen kannst oder deine Meinung da lassen möchtest Sehr gerne 🙂 Gruss Rene

    • gewaltignachhaltig

      Moin René,
      wenn die Anlage einspeisen soll und du Einspeisevergütung haben möchtest, muss sie von einem eingetragenen Elektro-Meister angeschlossen und angemeldet werden.
      Bei uns war es bei der Erweiterung so, dass wir Mischvergütung erhalten haben, daher war kein weiterer Zähler notwendig D.h. du bekommst zukünftig Einsepsievergütung entsprechend der installierten Leistung ermittelt anhand der Vergütung zu den Inbetriebnahmemonaten der beiden Anlagenteile.
      Definitiv erstmal die Anlage erweitern, dann über einen Speicher nachdenken.
      Viele Grüße
      Martin

  • Jürgen Peter Zink

    Hallo,
    erstmal, die Videos super, etwas für jeden dabei. Mach weiter so.
    Man braucht es nicht kompliziert machen, du rechnest es einfach, so dass es jeder versteht.
    Ich hätte ein paar Fragen an dich.
    Ich bau in nächster Zeit mein zweites Haus für den Ruhestand, man sollte ja vorplanen.
    Es wird natürlich nicht groß, ca. 100 m2.
    Ich heize dort mit Strom, Infrarotheizung , Warmwasser mit Strom, ein E-Auto in den nächsten Jahren.
    Eine Dachseite geht nach Süden 18 Grad , die andere voll nach Norden , je ca. 38 m2 , ein Carport wäre noch da mit ca. 40m2 Dach , 5 Grad nach Norden. Das Haus wird einen Endenergiebedarf von ca. 60 kWh/ (m² a) besitzen.
    Was wäre für dich eine gute Lösung.

    Viele Grüße
    Peter

    • gewaltignachhaltig

      Hallo Peter,
      Norddächer lassen sich 18 Grad Neigung auf jeden Fall wirtschaftlich belegen. Daher mein Rat: Alle Dachflächen voll belegen. Bis 25 kWp musst du dir keine Gedanken wegen irgendwelcher Regelungen machen. Die Heizung und das E-Auto werden es danken. Speicher würde ich in dem Fall weglassen, da Auto und Heizung ihm im Winter nicht viel übriglassen werden.
      Viele Grüße
      Martin

  • Maik Breust

    Hallo Martin,

    auch von meiner Seite ein großes Kompliment für Euren Kanal; ich habe mir über die Weihnachtstage fast alle Eurer Videos zum Thema PV-Anlage angesehen und auch wir werden in 2021 das Thema für unser Haus nun endlich angehen. Macht weiter so!
    Unser Dach zur Gartenseite liegt eigentlich recht optimal, kein Schatten, Süd-West-Ausrichtung. Erreichbar sein sollten ca. 9 KWp, nach PVGIS sollten ca. 8.500 KWh zu erzielen sein. Da unser Verbrauch mit ca. 6.000 KWh im Jahr aber recht hoch liegt und dieses Jahr auch noch ein E-Auto dazukommen wird, möchte ich auch die andere Dachseite gerne mit belegen lassen, obwohl diese mit Nord-Ost-Ausrichtung nicht ganz optimal ist. Wir könnten hier nochmal ca. 6 KWp installieren, die nach PVGIS immerhin nochmal 3.800 KWh bringen könnten.
    Während die Gartenseite also ca. 95% der Nennleistung erzielen würde, läge die andere Seite „nur“ bei knapp 65%. In Summe wären ca. 12.000 KWh ein gutes Ergebnis, kombinieren würden wir auf jeden Fall auch einen Speicher.
    Würdest Du bei einem „Wirkungsgrad“ von nur 65% die Nord-Ostseite überhaupt mit in Betracht ziehen? Leider erzählt einem hier jeder „Berater“ etwas anderes.

    Viele Grüße
    Maik

    • gewaltignachhaltig

      Hallo Maik,
      vielen Dank für die netten Worte. Von den reinen Zahlen her, auch was den Verbrauch angeht, würde ich spontan sagen: Mach beide Dachseiten voll. Zwar kommt Nord-Ost nur auf 633 kWh/kWp, aber die Gesamtanlage liegt dann bei 820 kWh/kWp und das ist sehr gut wirtschaftlich betreibbar, gerade bei dem hohen Verbrauch. Das Nord-Ost-Dach alleine ist zwar nicht unbedingt oder nur knapp wirtschaftlich, aber durch die größere Anlage wird auch das Süddach günstiger und damit noch wirtschaftlicher. Und wenn ihr dann noch einen Speicher haben wollt, braucht ihr eh im Winter jede mögliche kWh. Und im Winter ist der Unterschied zwischen Nord- und Süddach nicht so groß. Aber damit erhöht ihr den lukrativen Eigenverbrauch.
      Ich würde beide Dächer voll belegen.
      Viele Grüße
      Martin

      • Maik Breust

        Hallo Martin,

        vielen Dank für Deine Antwort; ja, das waren auch meine Gedanken, ich werde also beide Dächer belegen.
        Vor allem Dank Deiner ganzen Inputs aus den Videos bin ich wirklich gut vorbereitet und in der Lage, meine Anforderungen an unsere Anlage sehr genau zu beschreiben.
        Ich freue mich auf weitere Videos von Euch!

        Viele Grüße
        Maik

  • Ronny

    Hallo Ingo,

    ein toller Youtube Kanal. Bin durch Recherche zu PV Anlagen darauf gestoßen. Und damit bin ich auch schon bei einer Frage, aufgrund Deines heutigen Beitrags zur Speichergröße.

    Unser Steildach hat direkte Südausrichtung. Leider ist die Dachfläche, da Doppelhaushälfte und noch ein paar Fenster vorhanden sind, nur für eine Anlagengröße von 5,76 kwp geeignet.

    Aus der Beratung heraus, hat man uns daher zu einem kleinen Speicher mit 2,5 kWh geraten.

    Der Jahresstromverbrauch liegt bei 5000 kWh. Standort Norddeutschland.

    Aus deinem Beitrag heraus würde ich sagen, dass könnte reichen gerade im Hinblick darauf, dass die PV Anlage auch nicht so groß ist. Oder übersehe ich etwas?

    Vielen Dank für die tollen Beiträge.

    Gruß Ronny

    • gewaltignachhaltig

      Hallo Ronny,
      Vorteile für Speicher sind bei dir steiles Dach nach Süden. Das ist besonders vorteilhaft im Winter, wenn der Speicher wenig abbekommt. Die Frage ist, was verursacht bei dir die 5000 kWh Verbrauch? Erzeugst du auch Wärme mit Strom oder ist das geplant? Wenn nicht, könnte ich mir bei dir sogar einen leicht größeren Speicher vorstellen, da er auch im Winter öfter mal voll werden kann. Und jede kWh größer wird halt wieder günstiger. Wieviel verbraucht ihr im Sommer in der Nacht? Diese Größe kannst du auf jeden Fall beim Speicher wählen.
      Viele Grüße
      Martin

  • Ingo Veltmann

    moin.

    Bei Dir heißt es ja immer: Macht die Dächer voll. Eine Meinung die ich erst mal uneingeschränkt teile. weil alles andere unsinnig ist. Wenn man es schon mal anpackt, dann kann man es auch gleich richtig machen. Was mich persönlich aber wurmt ist: nach aktueller Sachlage wird die Westnetz, mein zuständiger Netzbetreiber, mir für die geplanten 20kWp Generatorleistung einen Rundsteuerempfänger aufs Auge drücken, dafür dreiste 500€ verlangen und vermutlich wird dieses Ding dann in wenigen Jahren durch Punkt-zu-Punkt-Technik in Form eines SGMw mit entsprechender Zusatztechnik oder eine ähnliche Lösung ersetzt werden. Welche natürlich auch nicht umsonst sein wird.

    Ironisch daran ist einerseits, dass die damit geschaffene Abregelmöglichkeit vermutlich in 100 Jahren nicht zum Einsatz kommen wird und zum anderen (und das ärgert mich viel mehr daran) dass unsere Anlage mit Ost/West-Ausrichtung nicht nur deutlich netzdienlicher ist als die ertragreicheren Anlagen mit Süd-Ausrichtung sondern die Anlage ohnehin zu keinem Zeitpunkt die 15kW-Grenze überschreiten wird. Weswegen wir übrigens auch nur einen 15kW Wechselrichter bekommen werden und nix größeres.

    Ich weiß nur eins: Würde ich in meinem Job meine Arbeitsergebnisse derart lieblos dahinrotzen oder schlimmer noch heimlich im Hintergrund von irgendwelchen Kunden „beeinflusst“ die Resultate an deren Wünsche anpassen, dann hätte ich meine Arbeitsstelle die längste Zeit gehabt. Und ich hab keine Kündigungsfrist in der länge einer Legislaturperiode.

    • gewaltignachhaltig

      Hallo Ingo,

      die 15 kW werdet ihr mit Ost-West sicherlich nicht überschreiten. Aber so ist das leider, dass jeder VNB die gesetzliche Regelung für sich auslegt. Ärger dich nicht, freu dich über die große Anlage. Ich hätte gerne auch so viel Power und würde dann auch mit einem weinenden Auge die 500 Euro investieren, auch wenn es wohl leider wirklich eine nutzlose Investition sein wird.

      Viele Grüße

      Martin

      • Ingo Veltmann

        nach langer langer suche (mal wieder 5 nach 12, zumindest was diesen post angeht) hab ich doch noch was gefunden:

        https://www.prometheus-recht.de/eeg-2021/#13

        behandelt einen änderungsantrag der in der sondersitzung am 15.12. beschlossen wurde. Auszug:

        Die Anforderungen an den Einbau intelligenter Messsysteme (iMSyS) im Zusammenhang mit dem Einspeisemanagement wird entschärft und im Vergleich zum Gesetzesentwurf grundlegend umgestaltet sowie erheblich verschlankt. Künftig müssen nur noch Anlagen ab 25 kW technische Einrichtungen vorhalten, mit denen über ein Smart Meter Gateway (SMGW) jederzeit die Abrufung der IST-Einspeisung und die stufenlose bzw. stufenweise Regelung der Einspeiseleistung gewährleistet werden kann. Bei Anlagen mit mehr als 7 kW bis einschließlich 25 kW muss über das SMGW lediglich die Abrufung der IST-Einspeisung sichergestellt werden. Beides gilt jeweils ab Markterklärung des BSI. Für Bestandsanlagen mit Inbetriebnahme vor 2021 entfällt die feste Umrüstfrist von fünf Jahren ab Markterklärung des BSI. Diese Anlagen müssen die entsprechenden Anforderungen einhalten, sobald sie tatsächlich mit iMSyS ausgestattet werden.

        Das klingt für mich doch so, dass alles <25kWp keine regeltechnik braucht – auch später mit iMS nicht, lediglich die Erzeugung muss ausgelesen werden können.

        • gewaltignachhaltig

          Es wird Zeit, dass sich die EEG-Clearingstelle dazu äußert. Gerade der Part Steuerungstechnik ist derzeit noch das große Fragezeichen. Die Experten sind hier teils auch noch ratlos. Aber du solltest den Netezbetreiber mit dieser Aussage konfrontieren. Bei uns hat es in Sachen Erweiterung nach einem Jahr auch mal geholfen, den Netzbetreiber mit Aussagen der Clearingstelle zu konfrontieren.

          • Ingo Veltmann

            habe ich, quasi zeitgleich mit dem ersten post, bereits getan.

            bin gespannt wie fit die jungs sind und ob die mir mit einem alten stand oder schon basierend auf den neuen entwicklungen antworten.

            gruß und guten rutsch

            ingo

  • Roland

    Hier sind aktuelle Neuigkeiten von den Ausschüssen des Bundesrats zum EEG-Entwurf der Regierung:

    https://bizz-energy.com/bundesrat-krempelt-eeg-entwurf-gruendlich-um

    Viele Grüße
    Roland

  • Klaus Burmann

    Hallo, erstmal finde ich eure Beiträge sehr interessant macht bitte weiter so. Ich habe mal eine Frage an dich wäre gut wenn du mir weiterhelfen kannst. Ich habe eine PV Anlage mit 9 kwp, und einen Speicher von E3DC mit 6,5 kWh, jetzt will ich meine Anlage um 5 kwp erweitern und den Speicher auf 13 kWh
    Ich müsste aber 5 Module auf einem West Dach montieren der Rest ist auf einem Dach mit Süd Ausrichtung. Macht das alles Sinn was ich vorhabe? Würde mich über ein Feedback freuen. Mit freundlichen Grüßen Klaus

    • gewaltignachhaltig

      Hallo Klaus,
      geht auf das Westdach auch mehr? Ich würde das Dach voll machen. Warum willst du den Speicher vergrößern? Gibt es dafür einen bestimmten Grund?
      Viele Grüße
      Martin

      • Burmann Klaus

        Hallo Martin, den Speicher würde ich vergrößern damit ich im Winter über die Nacht komme, das schaffe ich mit der kleinen Batterie leider nicht.

        • gewaltignachhaltig

          Hallo Klaus,

          hast du schon erweitert? Ich glaube nicht, dass du die 13 kWh im Winter vollbekommst. Aber das ist nur eine Einschätzung meinerseits.

          Viele Grüße

          Martin

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